Lehre
Das Institut bietet regelmässig Lehrveranstaltungen zu wissenschaftstheoretischen und ethischen Fragen des Klimawandels an.
Im Herbstsemester 2025:
- Seminar Philosophy and the Anthropocene: Philosophy in 'Times of Crisis'
Dozierender: Vincen Lam
Zum Kurseintrag im KSL
Folgende Lehrveranstaltungen werden regelmässig jeweils im Frühjahrssemester angeboten:
- Proseminar Klimakrise: Philosophische Perspektiven auf ein zentrales Nachhaltigkeitsproblem
Zum Kurseintrag im KSL
- Seminar Philosophical Issues in Modelling Climate Change
Lecturers: Stefan Brönnimann, Julie Jebeile, Vincent Lam
Zum Kurseintrag im KSL
Forschung: Projekte und Interessen
Das Institut arbeitet mit dem Oeschger Centre for Climate Change Research zusammen.
Julie Jebeile leitet das vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Forschungsprojekt Climate Change Adaptation through the Feminist Kaleidoscope -- Toward a Feminist Philosophy of Climate Science. Ihr Projekt zielt darauf ab, die Empfehlungen feministischer Erkenntnistheorien zu nutzen, um zu untersuchen, wie Informationen zur Anpassung an den Klimawandel die Bedürfnisse der Interessengruppen auf zuverlässige und zugleich faire Weise erfüllen können. Zu Ihren Forschungsinteressen gehören mathematische Modellierung, wissenschaftliche Expertise und sozioökonomische und ethische Werte in der Wissenschaft, mit Fokus auf Klimawissenschaft. Ihre Beiträge zur Philosophie wissenschaftlicher Modelle und Computersimulationen sowie zur Philosophie der Klimawissenschaft finden sich hier.
Hannah Hilligardt ist Postdoktorandin im Projekt Climate Change Adaptation through the Feminist Kaleidoscope. Ihre Forschung befasst sich mit Themen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Demokratie, mit Werten in der Wissenschaft sowie mit der Philosophie der Klimawissenschaft. Derzeit arbeitet sie zu Fragen der Werte in der Kommunikation über Klimakipppunkte sowie zu Aspekten des wissenschaftlichen Aktivismus. Um zu diesen Debatten beizutragen, verbindet sie Ansätze aus der Wissenschaftsphilosophie mit solchen der Politischen Philosophie. Weitere Informationen zu ihrer Arbeit finden Sie hier.
Sapna Kumar ist Doktorandin im Projekt Climate Change Adaptation through the Feminist Kaleidoscope. Ihre Forschung konzentriert sich auf das Wissen indigener Völker und lokaler Gemeinschaften in der Klimaanpassung. Dabei untersucht sie das Verhältnis zwischen indigenem Wissen und Klimawissenschaft, die Rolle indigener Völker in politischen Räumen und globalen Institutionen, mit einem besonderen Fokus auf Unterdrückung, Ungerechtigkeiten und Widerstand in diesem Kontext.
Futura Venuto ist Doktorandin im Projekt Climate Change Adaptation through the Feminist Kaleidoscope. Sie interessiert sich für die Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft und für die Frage, was „gute Wissenschaft“ ausmacht. Gegenwärtig untersucht sie, welche Bedeutung Unsicherheit, Werte und Überzeugungen bei der Umsetzung von Handlungsstrategien im Umgang mit der Klimakrise haben. Sie trägt damit zu Debatten über die Bewertung und Kommunikation von Unsicherheiten in Klimamodellprojektionen sowie über Klimaskeptizismus als Form unberechtigter Dissensäußerung bei.
Aktivitäten des Projektteams
Online-Seminarreihe „Feminist Philosophy of Climate Change“
Organisiert von Sapna Kumar und Futura Venuto, untersucht diese Online-Seminarreihe, wie feministische Perspektiven unser Verständnis des Klimawandels bereichern können. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem Werte, Vertrauen, Unsicherheit, Ungerechtigkeit, Diversität und Emotionen.
Weitere Informationen
Workshop „Feminist Perspectives on Climate Research“
Feministische Erkenntnistheorie und Wissenschaftsphilosophie reflektieren seit Jahrzehnten darüber, wie Machtungleichgewichte die Wissensproduktion prägen. Diese Ansätze wurden bisher jedoch selten auf die Klimaforschung angewendet. Im Workshop Feminist Perspectives on Climate Research bringen wir Forscher:innen aus der Philosophie der Klimawissenschaft, der feministischen Philosophie und der Klimaforschung zusammen, die sich für die Schnittstellen dieser Bereiche interessieren und sie kritisch reflektieren.
Weitere Informationen
Seminar „Feministische Erkenntnistheorie und Wissenschaftsphilosophie“ (Herbstsemester 2024)
In diesem Seminar wurden verschiedene Wege untersucht, auf denen Machtungleichgewichte und dominante Voreingenommenheiten Wissen prägen und die Expertise historisch unterrepräsentierter Gruppen in der Wissenschaft untergraben können. Darüber hinaus wurde analysiert, wie traditionelle Konzepte wie Objektivität und Wahrheit in der feministischen Erkenntnistheorie und Wissenschaftsphilosophie neu interpretiert und weiterentwickelt wurden.
Claus Beisbart interessiert sich für die Epistemologie von Klimamodellen, das Verhältnis von Klimawissenschaftlern zur Öffentlichkeit und für Grundfragen der Klimaethik.
Kürzlich abgeschlossene Projekte:
- Vincent Lam leitete das Forschungsprojekt The Epistemology of Climate Change, das vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wurde und am Institut für Philosophie und am Oeschger Centre for Climate Change Research angesiedelt war. Seine Gruppe untersuchte mit den Werkzeugen der Wissenschaftsphilosophie die methodologischen und epistemischen Grundlagen der Klimawissenschaften und der Klimamodellierung, speziell mit Blick auf die Herausforderungen des Klimawandels. Die Forschungsgruppe hatte ausserdem ein grosses Interesse an breiteren philosophischen Fragen im Zusammenhang mit Klima- und Umweltproblemen. Für Forschungsaktivitäten, Seminare und weitere Informationen über das Projekt siehe philoclimate.ch.
- Mason Majszak hat unter der Leitung von Prof. Dr. Vincent Lam im Rahmen des Forschungsprojekts The Epistemology of Climate Change promoviert. In seiner Dissertation befasste er sich mit der Rolle von Expertenurteilen in der Klimawissenschaft. Zu seinen weiteren Forschungsinteressen gehören Wissenschaftsphilosophie, Wahrscheinlichkeitstheorie und wissenschaftliche Methodologie.
- Handbuch zur Validierung von Simulationen mitherausgegeben von Claus Beisbart. Enthält Artikel über Klimasimulationen.
- Dissertation von Tanja Rechnitzer über die Rechtfertigung von Vorsorgeprinzipien in der Klimaethik.