Ein Treffen des Instituts für Philosophie mit Iso Kern zu seinem 80. Geburtstag

Der am 3. Oktober 1937 in Bern geborene Iso Kern wurde Anfang Oktober 2017 in Krattigen am Thunersee, wo er mit seiner chinesischen Frau Ding Shiping seit vielen Jahren wohnhaft ist, im privaten Kreis von Familie und Freunden zu seinem 80. Geburtstag gefeiert. Kurze Zeit später luden Markus Stepanians, Extraordinarius mit Schwerpunkt politische Philosophie (PLEP) und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Philosophie, und Richard King, Ordinarius für Geschichte der Philosophie mit einem Schwerpunkt römisch-griechischer und frühchinesischer Ethik im Vergleich, zu einem abendlichen Treffen zu Ehren von Iso Kern ins Institut nach Bern ein, bei welchem auch Prof. Claus Beisbart, Extraordinarius mit Schwerpunkt Wissenschaftsphilosophie, anwesend war. Man wollte mit diesem Anlass, wie Prof. Richard King es formulierte, zeigen, „dass das Institut ein Gedächtnis hat“.

Die „Berner Jahre“ an der Universität und die Zeit davor

Iso Kern forschte und unterrichtete von 1984 bis 2006 als Titular- und Gastprofessor an den Universitäten Bern, Fribourg und Zürich europäische und chinesische Philosophie. Während seiner Lehrtätigkeit am Institut für Philosophie in Bern waren seine Schwerpunkte einerseits Vorlesungen über die drei grossen geistigen Strömungen des Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus in China und über ausgewählte systematische Themen der chinesischen Philosophie (Bewusstseinstheorien, ethische Fragen, Gewissen), die auch bei Studierenden der Religionswissenschaften auf grosses Interesse stiessen. Andererseits hielt er Vorlesungen, Proseminare und Seminare zu Themen aus der Geschichte der westlichen Philosophie, insbesondere zu Aristoteles, Thomas von Aquin, Nikolaus von Kues, Meister Eckhart, zur frühen Neuzeit und zu Kant sowie zum 20. Jahrhundert. Stets fand dabei auch die französischsprachige Philosophie (z.B. Montaigne, Pascal, Descartes, Malebranche, Leibniz, Bergson, Sartre, Merleau-Ponty) besondere Berücksichtigung. Iso Kern wandte sich auch immer wieder systematischen Themen aus der philosophischen Phänomenologie Edmund Husserls zu, vor allem zu Problemen des Zeitbewusstseins und der Intersubjektivität. Nicht zuletzt führte er auch eine Reihe von Seminaren zu Fragen der geistigen Entwicklung bei Kindern durch, die auch einen Brückenschlag zur wissenschaftlichen Psychologie der Gegenwart machten.

Bereits 1961 hatte Iso Kern mit einer Studie über Husserl und Kant. Eine Untersuchung über Husserls Verhältnis zu Kant und zum Neukantianismus am Institut Supérieur de Philosophie der Universität Louvain (Leuven, Belgien) promoviert, die 1964 bei Martinus Nijhoff in Den Haag publiziert und in 2. Auflage 1984 wieder zugänglich gemacht wurde. Als wissenschaftlicher Assistent und jahrelanger Chef de travaux am Husserl-Archiv in Leuven besorgte er die sehr umfangreiche Edition der aus den Jahren 1905 bis 1935 stammenden Nachlasstexte Zur Phänomenologie der Intersubjektivität, die in den drei Bänden XIII, XIV und XV der Husserliana, Edmund Husserl Gesammelte Werke im Jahre 1973 erschienen. Im selben Jahr 1973 habilitierte sich Iso Kern mit der systematischen Schrift Idee und Methode der Philosophie. Leitgedanken für eine Theorie der Vernunft (de Gruyter, Berlin 1974) an der Universität Heidelberg, wo er von 1974 bis 1979 auch als beamteter Universitätsdozent lehrte.

Studien der chinesischen Philosophie

Zum 1. April 1979 gab Iso Kern freiwillig seine zeitlich unbefristete Beamtenstelle auf, um sich während einiger Jahre in die chinesische Philosophie vertiefen zu können. Er benutzte die kommenden Jahre bis Oktober 1984 – mit Zwischenzeiten für Lehraufträge über chinesische Philosophie in der Schweiz - für Aufenthalte an der National University in Taiwan, an der Columbia University in New York City sowie an den Philosophischen Instituten der Universitäten von Nanjing und Beijing. Aus Iso Kerns Forschungen auf dem Gebiet der chinesischen Philosophie, die mehrere Jahre vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt wurden, ging eine Reihe von Büchern und Beiträgen in Fachzeitschriften hervor, die ihn als tiefgründigen Kenner des chinesischen Buddhismus wie des Daoismus und des Konfuzianismus ausweisen. Beispielsweise liegen vor ein souveräner Überblick im Grundriss der Geschichte der Philosophie (Band 1 der Philosophie des 17. Jh.) im Schwabe Verlag (Basel 1998) unter dem Titel „Die Vermittlung chinesischer Philosophie in Europa“; eine grossangelegte Monographie über die Buddhistische Kritik am Christentum im China des 17. Jahrhunderts (Peter Lang, Bern 1992); eine längere Studie über „Matteo Riccis Verhältnis zum Buddhismus“ (die ‚setta degli idoli‘) (Monumenta Serica 36, 1984-85) u.a.m. Iso Kerns Auseinandersetzung mit der chinesischen Philosophie fand ihren Höhepunkt in der über 800-seitigen Monographie Das Wichtigste im Leben. Wang Yangming (1472-1529) und seine Nachfolger über die „Verwirklichung des ursprünglichen Wissens“, die beim Schwabe Verlag (Basel 2010) erschien. Kurz darauf wurde dieses Werk bereits vollständig ins Chinesische übersetzt und veröffentlicht und wurde in den letzten Jahren in China zum Gegenstand von Fachtagungen. Eine besondere Ehrung erfuhr Iso Kern auch in China im Jahr 2011, als ein Fotoporträt von ihm auf dem Titelblatt in der ersten Nummer der 1956 begründeten und vom Philosophischen Institut der Chinesischen Akademie der Sozial- und Geisteswissenschaften herausgegebenen Zeitschrift Shijie zhexue (World Philosophy) erschien. Der Jahrgang 2011 der Zeitschrift trägt oberhalb des Fotos den Untertitel: „Wer wird die Begriffe der Chinesen des 21. Jh. beeinflussen?“. Die erste Nummer enthielt im ersten, Iso Kern gewidmeten Teil neben einer kurzen Biographie drei seiner Aufsätze in chinesischer Übersetzung.

Das Symposium "Phenomenology of Mind Nature and Ethics" in Foshan, Xiqiao

Aus Anlass von Iso Kerns 80. Geburtstag veranstalteten die Philosophische Abteilung der Sun Yat-sen Universität in Guangzhou sowie das ebendort beheimatete Phänomenologische Dokumentations- und Forschungszentrum zu seinen Ehren am 8. November 2017 ein Symposium mit dem Titel "Phenomenology of Mind Nature and Ethics". Organisator war der in Freiburg i.Br. promovierte Ni Liangkang, der beide Organisationen über lange Jahre geprägt hat und der mittlerweile zu den bedeutendsten und einflussreichsten Vertretern der Phänomenologie und phänomenologischen Bewegung in China zählt. Als Tagungsort diente der Xiqiao-Berg rund 60 km südwestlich von Guangzhou. Dieser "Berühmte Berg der neokonfuzianischen Lehre" war Rückzugsort des neokonfuzianischen Philosophen Zhan Ruoshui (1466–1560), eines Zeitgenossen von Wang Yangming, mit dessen Philosophie sich Iso Kern über viele Jahre auseinandersetzte.

Nach einer offiziellen Begrüssung, die Prof. Ni Liangkang zum Anlass nahm, Iso Kern herzlich zu seinem hohen Geburtstag zu gratulieren und ihm für seine zahlreichen Verdienste zu danken, erteilte der Vorsitzende der Sitzung am Morgen, Zhang Qingxiong (Fudan Universität, Shanghai), Iso Kern das Wort zum Eröffnungsvortrag „Was ist das ethisch Schlechte?“. 

In chinesischer Sprache und freier Rede zu einem auf Deutsch verteilten Manuskript erläuterte Iso Kern seine These, wonach das ethisch Schlechte in einem Mangel und kontinuierlichen Verfall an durch das Gewissen geleiteter Liebe bestehe. Mit der ihn auszeichnenden Gelehrsamkeit entwickelte er seine Gedanken zunächst in stufenweiser Abgrenzung zur manichäischen Substanzialisierung des Bösen, deren Rezeption er in Asien und Europa kurz nachzeichnete. Anschliessend unternahm Iso Kern eine minutiöse Analyse und Kritik der Kapitel 7 bis 15 des dritten Teils der Summa contra gentiles des Thomas von Aquin. Insgesamt bilanzierte er, dass Thomas’ Verständnis des ethisch Schlechten als Mangel zutreffend sei. Seine eigene These, das Schlechte sei Mangel an gewissenhafter Liebe, entwickelte Iso Kern dann unter Berücksichtigung von zwei gegen Thomas gerichteten Punkten: Erstens sei Thomas’ Analyse in Bezug auf die psychologischen Phänomene in einer ethisch relevanten Weise unvollständig. Thomas beschränke sich auf den durch sinnliche Lüste fehlgeleiteten vernünftigen Willen und gehe an Phänomenen des Hasses als Antrieb zur gewaltsamen Vernichtung, Demütigung, Verleumdung, etc. vorbei. Diese bezieht Iso Kern auf den Liebesbegriff und dessen Mangel. Zweitens berücksichtige Thomas’ Verständnis des Schlechten als Strebung des vernünftigen Willens die ausführende Handlung nicht. Iso Kern gemäss geschieht das moralisch entscheidende erst in der ausführenden Handlung.

Den zweiten Vortrag am Morgen hielt Eduard Marbach in deutscher Sprache. Er war der Klärung und Verdeutlichung von Bewusstseinsbegriffen am Beispiel der Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigung gewidmet. Marbach baute seinen Vortrag auf einem zentralen Gedanken auf, den er Iso Kern verdanke: Wesenserkenntnis, die Weise der philosophischen Begriffsbildung, kommt in der vom Verstand vollzogenen Synthese der notwendigen Einheit einer Mannigfaltigkeit von Bewusstseinsinhalten überhaupt erst zu Stande, wie sich anhand des Beispiels der anschaulichen Vergegenwärtigung (Erinnerung) nachweisen lasse. Der entscheidende Beitrag von Marbach bestand darin, dass er unter Rückgriff auf Frege eine phänomenologische Notation vorstellte, mit deren Hilfe sich die Strukturen zum Beispiel der Bewusstseinsphänomene der anschaulichen Vergegenwärtigung, auch komplexer Formen wie der Erinnerung an eine Erinnerung, formalisieren lassen. In Auseinandersetzung mit der empirischen Forschung über mentale Bildvorstellungen in der kognitiven Neurowissenschaft vermochte Marbach anhand der Phänomenologie der Einheit der Bewusstseinsakte sowie anhand von deren genauen formalen Notation zu verdeutlichen, dass den Thesen und Untersuchungsanordnungen der Neurowissenschaft ein sehr mangelhaftes Verständnis der Struktur des intentionalen Bezugnehmens auf etwas mittels mentaler Bildvorstellung zu Grunde liegt. Marbach bilanzierte kurz und bündig: Bewusstsein sollte nicht mehr länger ohne Berücksichtigung der Husserlschen Phänomenologie wissenschaftlich untersucht werden und lieferte mit seiner Notation die Grundlagen dazu, wie diese Berücksichtigung adäquat und präzis von statten gehen könnte.

Francis Cheneval hielt den dritten Vortrag in Englischer Sprache zum Thema Moral und Politik. Sowohl die Moral im Sinn einer Metaphysik der Sitten als auch konventionelle sittliche Orientierung sind für die Politik in unterschiedlicher Weise konstitutiv. Cheneval erläuterte danach den Politikbegriff und die ethischen Implikationen von politischem Handeln in der Bereitstellung von öffentlichen Gütern und der Pflege der Gemeingüter. Zum Schluss kam er auf die ethischen Anforderungen an Regierung und Bürger zu sprechen.

Den Morgen beendete Rafael Suter mit einem in freier Rede in chinesischer Sprache gehaltenen Vortrag zu einem zentralen Aspekt von Iso Kerns Wang Yangming Interpretation bezüglich des ursprünglichen Wissens. Suter verband seine Kern- und Wang Yangming-Interpretation des ursprünglichen Wissens mit einer Analyse der intellektuellen Anschauung bei Mou Zongsan (1905-1995), um letztlich wieder zu einem deutlicheren Verständnis der Bedeutung des „guten Wissens“ bei Wang Yangming, Wang Ji und anderen Vertretern der Schule des Herzens zu gelangen. Wie Suter auch unter Bezugnahme auf Levinas sorgfältig und einsichtig darlegte, eröffnet sich in dieser Weise ein Weg zu einer phänomenologischen Ethik der Mitmenschlichkeit.

Die Referate des Nachmittags befassten sich mit der ostasiatischen Philosophie. Als Einleitung berichtete der Herausgeber der grossen Werkausgabe des Philosophen Wang Yangming (1472–1529), Qian Ming, über seine ersten Begegnungen mit Iso Kern am Anfang der 1980er Jahre.

Zwei Referenten aus Taiwan, Lee Ming-heui und Lin Yuehui (beide Academia Sinica, Taibei), befassten sich mit dem koreanischen Neokonfuzianismus des 16.–18. Jh. Lee Ming-heui untersuchte das Verhältnis von Gefühl und moralischem Bewusstsein bei Kim Ch’ang-hyŏp (1651–1708), der sich um die Lösung eines Vermittlungsproblems bemühte, das die Lehre des Neokonfuzianismus der Schule von Zhu Xi (1130–1200) prägt. Sie unterscheidet zweierlei grundverschiedene Gefühle, mit Begehren verbundene Affekte mit potentiell schädlichem Einfluss zum einen (die "Sieben Gefühle": Freude, Zorn, Trauer, Furcht, Liebe, Abscheu und Begehren), in der menschlichen Natur angelegte reine moralische Gefühle zum anderen (die „Vier Sprosse“: Mitleid, Scham, Ehrfurcht und Gerechtigkeitssinn). Was den Zusammenhang dieser beiden Gefühlstypen angeht, hatte schon der I T’oegye (1501–1570), ein Landsmann Kims, die Auffassung verfochten, die Sieben Gefühle seien durch das von Zhu Xi als Ursache des Schlechten ausgemachte qi (wörtl. Luft, Atem, Stoff, "Materie") verursacht, die Vier Sprosse dagegen vom als Quell des Guten bestimmten moralischen Ordnungsgrund li (auch "Prinzip"). Dies greift Kim Ch’ang-hyŏp auf, verwirft allerdings die Auffassung, diese beiden Gruppen könnten unmittelbar aufeinander bezogen werden. Vielmehr zeichnet er das Bild eines Gewebes aus dem Leitfaden der Vier Sprosse und den Querfäden der Sieben Gefühle. Dies ermöglicht die Verknüpfung beider Dimensionen zu denken, ohne sie einander angleichen zu müssen.

Auch Lin Yuehui‘s Beitrag griff das Denken Kim Ch’ang-hyŏps auf. Sie stellte die terminologischen und begrifflichen Klärungen vor, durch die Kim die von Zhu Xi nicht ausdrücklich explizierten Begriffe der "Weisheit" (zhi) und des "moralischen Bewusstseins" (zhijue) scharf voneinander trennte. Während er den ersten auf die Tugend der Weisheit reduzierte, bestimmte er den letzteren allgemein als "Funktion des Herzens", welches in Ostasien als Sitz des Denkens und Fühlens galt. Cheng Chung-yi (Chinese University of Hong Kong) schlug in seinem Referat eine Neubeurteilung eines der Grundsätze des neokonfuzianischen Philosophen Wang Yangming vor, nämlich des Postulats der "Untrennbarkeit von Wissen und Handeln". Cheng wandte sich gegen die oft vertretene Behauptung, dieser Grundsatz beziehe sich ausschliesslich auf das ethische Wissen. Vielmehr handele es sich hierbei um eine grundlegende Analyse, die sämtliche Arten des Wissens umfasst.

Zhang Qingxiong (Fudan Universität, Shanghai) setzte in seinem Referat zwei der wichtigsten Figuren des modernen chinesischen Denkens miteinander in Bezug. Sowohl Kang Youwei (1858–1927), Kopf der gescheiterten Hundert Tage-Reform von 1898 sowie langjähriger Verfechter eines Umbaus Chinas zur konstitutionellen Monarchie, als auch Xiong Shili (1885–1968), einer der Väter der neokonfuzianischen Renaissance in der ersten Hälfte des 20. Jh., befassten sich in ihrer Arbeit mit dem historischen Wert und der Textgeschichte des konfuzianischen Klassikers der Frühlings- und Herbstannalen (8.–5. Jh. v.Chr.) und seiner Kommentare. Kang, der seine philologischen Argumente hauptsächlich in den Dienst seiner politischen Zwecke stellte, steht gemäss Zhangs These im Fokus der Kritik des jüngeren Xiong, der diese Zeugen der frühen chinesischen Geschichte stattdessen unter dem Blickwinkel seiner moralisierenden Geschichtsphilosophie betrachtete.

Yao Zhihua (Chinese University of Hongkong), ein Experte für buddhistische Philosophie, befasste sich in seinem Vortrag mit dem einfachen Titel "Bewusstsein" mit dem Denken des indischen Mönchsgelehrten Dignāga (fl. ca. 480–540 n.Chr.). Aus einer ausführlichen Diskussion des Bewusstseins im Werk von Dignāga zog er den Schluss, dass dessen Theorie des Bewusstseins modernen selbstrepräsentierenden Theorien nahe komme, dass Dignāga aber ein präreflexives Bewusstsein im phänomenologischen Sinne nicht kenne.

In einer Synthese ostasiatischer Philosophie und europäischer Phänomenologie unternahm schliesslich Ni Liangkang den Versuch, Ansätze eines Wertfühlens etwa bei Max Scheler mit der Bewusstseinsanalyse der buddhistischen yogācāra-Lehre (Nur-Bewusstseinslehre), aber auch mit der Vorstellung einer intuitiven Moralerkenntnis bei neokonfuzianischen Denkern wie Wang Yangming in Verbindung zu bringen. Konkret griff Ni den Begriff des "Selbstbezeugungsteils" auf, einer Funktion, die in der buddhistischen Nur-Bewusstseinslehre das bildliche und das sehende Element eines Bewusstseins zur Einheit eines Sehaktes verbinden soll. Ni erkundete die Möglichkeit, ob das moralische oder ästhetische Bewusstsein, beides Weisen des Bewusstseins von nichtgegenständlichen Werten, nicht analog zu einem "Selbstbezeugungsteil" als ein sich als moralisch bzw. ästhetisch bewusster Bestandteil einer intentionalen Wissenseinheit verstanden werden könnte.

Beiträge von Francis Cheneval, Rafael Suter und Eduard Marbach