Institut für Philosophie

Interdisziplinäre Konferenz

Authenticity versus Improvisation in the Philosophy of Music

Freitag, 19.05.2017, 09:00 Uhr

Bernardo Strozzi (1581 - 1644) Street Musicians (c. 1630)
Detroit Institute of Arts

Was ist Improvisation? Was macht eine musikalische Aufführung authentisch? Und was haben Authentizität und Improvisation miteinander zu tun? Die interdisziplinäre Konferenz bringt Philosophie und Musikwissenschaft zusammen, um diese Fragen zu beantworten.

Veranstaltende: Marcello Ruta, Annabel Colas, Thomas Gartmann, Claus Beisbart (Bern)
Redner, Rednerin: J. Dodd (Manchester University), R. Pouivet (Université de Lorraine, Nancy), B. Gallet (HEAR, Strasbourg/Mulhouse)
Datum: 19.05.2017 - 20.05.2017
Uhrzeit: 09:00 Uhr
Ort: 19.5: Hauptgebäude / main building room 304 (Hochschulstrasse 4)
20.5: UniS room A-119 (Schanzeneckstr. 1)
Universität Bern
3000 Bern
Merkmale: Öffentlich
kostenlos

Die Begriffe Improvisation und Authentizität werden oft gebraucht, um musikalische Aufführungen zu klassifizieren und zu bewerten. Eine genauere philosophische Reflexion bringt aber Probleme an den Tag. So evoziert der Begriff der Improvisation die Vorstellung grenzenloser Spontaneität und Freiheit. Diese bleibt aber unerreichbar, denn in der Praxis ist der Rekurs auf bestehende Muster und Regeln unvermeidbar. Was die Authentizität angeht, so kann zwischen einer subjektiven und einer objektiven Spielart unterschieden werden. Erstere zielt darauf, dass die Interpretinnen und Interpreten authentisch sich selbst ausdrücken. Objektive Authentizität strebt hingegen zum wahren Ursprung oder einer vermeintlichen Intention eines musikalischen Werks zurück, um die „Originalfassung“ und/oder die hinter ihr liegende Erfahrung zu vergegenwärtigen. In beiden Fällen fragt sich aber, inwiefern volle Authentizität realisier- oder überhaupt denkbar ist.

Die Konferenz hat das Ziel, genauer zu verstehen, was Improvisation und Authentizität sein könnten und wie sich ihr Wechselverhältnis beschreiben lässt. Beide Begriffe sollen insbesondere dazu verwendet werden, ein Licht auf den musikalischen Werkbegriff zu werfen. Die Konferenz ist interdisziplinär und bringt Philosophie und Musikwissenschaft ins Gespräch.

In dieser Hinsicht werden in den Konferenzbeiträgen u.a. die folgenden Fragen behandelt:

  • Wie lässt sich eine Improvisation von anderen musikalischen Praktiken unterscheiden?
  • Was meinen wir, wenn wir von einer mehr oder weniger authentischen Improvisation reden?
  • Inwiefern können auch Tonaufnahmen authentisch sein?
  • Was kann der Werkbegriff im Zusammenhang der Improvisation leisten?
  • Welche Begriffe von Improvisation können wir aus konkreten Musikpraktiken sowie aus verschiedenen Musiktheorien  gewinnen?
  • Was bedeutet Freiheit der Improvisation?

Diese Fragen werden sowohl anhand theoretischer Argumente als auch konkreter Beispiele untersucht. Im interdisziplinären Dialog sollen dabei nicht nur die Kenntnisse unterschiedlicher Fächer zusammenfliessen, sondern auch verschiedene Perspektiven einander befruchten. 

Finanzielle Unterstützung:

Die Konferenz wird grosszügig vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt.

  Swiss National Science Foundation